Ausrüstung


 

1. Medizinsche Ausrüstung:

Die medizinischen Geräte und Sonderausstattungen für die Christophorus-Notarzthubschrauber entsprechen den neuesten Standards. Durch Schnellverschlüsse kann die Ausstattung der Maschine jederzeit an spezielle Einsätze (z.B. Inkubatortransporte, Verlegungsflüge, aber auch Evakuierungen, bei denen mehrere Patienten transportiert werden sollen) angepasst werden.

Es können Messwerte aller wichtigen Organparameter des Patienten abgelesen werden: unter anderem Herzrhythmus, Blutdruck (auch invasiv, d.h. direkt im Gefäßsystem), Puls, Sauerstoffgehalt des Blutes, CO2–Gehalt der Atemluft sowie die Körpertemperatur. Zur Behandlung komplexer Herzrhythmusstörungen steht auch ein (transthorakaler) Herzschrittmacher zur Verfügung. Das Monitoring ist modular aufgebaut – die Messdaten der einzelnen Module, die sich beim Einsatz vor Ort im Defibrillator befinden, können während des Fluges auf einem großen Farbmonitor dargestellt werden, um die Überwachung des Patienten in jeder Phase optimal zu gewährleisten.
Die Defibrillation bzw. Cardioversion kann auch während des Fluges ausgeführt werden – die gesamte Bordelektronik wurde auf ausreichende Abschirmung hin entwickelt und überprüft.
Für die Beatmung werden ebenfalls Geräte modernster Bauart eingesetzt. Mit den Transportrespiratoren kann kontrolliert und assistiert beatmet werden; durch eine variable Einstellung des Atemzyklus ist die optimale Anpassung an die Erfordernisse des jeweiligen Patienten möglich. Für spontan-atmende Patienten ist die Verabreichung von Sauerstoff über Maske oder Brille bis zu 12 Litern pro Minute möglich.
Bis zu vier Infusionspumpen sowie diverse Kleingeräte (Blutzucker, Hb-Bestimmung, fallweise Mini-Labor zur Messung weiterer blutchemischer Parameter) ergänzen die medizintechnische Ausstattung der Christophorus-Hubschrauber.
Die elektrische Versorgung wird über einen zentralen Verteiler geregelt, der sich in unmittelbarer Nähe zu Überwachungs- und Therapiegeräten befindet: dieser garantiert durch eine doppelte Absicherung der Stromversorgung ein Funktionieren der Geräte auch im Notfall. Zusammen mit den ebenfalls im Kreis der Christophorus Flugrettung entwickelten Notfallrucksäcken zur Aufnahme der medizinischen Ausrüstung konnte durch die beschriebene Konfiguration erreicht werden, dass sowohl Einsätze im alpinen Bereich, wie auch Verkehrsunfälle oder akute Erkrankungen und auch Transferierungen von Intensivpatienten in einer qualitativ hochwertigen Weise durchgeführt werden können.
Damit wird dem Patienten jederzeit ein Höchstmaß an medizinischer Betreuung und Sicherheit und der medizinischen Crew ein optimales Arbeiten auch unter schwierigsten Bedingungen garantiert.

 

2. Medizinische Sonderausstattung

 

2. 1 Inkubator

Als einziger NAH im Großraum Tirol verfügt der Stützpunkt Christophorus 1 – Innsbruck – über einen Inkubator. Verlegungsflüge werden in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Innsbruck durchgeführt.

 

3. Alpine Einsatzausrüstung

 

Die Alpine Einsatzausrüstung umfasst Material für folgende Einsatzmöglichkeiten:

  • Fixtaubergung (10m, 20m, 30m Taue)
  • Variable Taubergungen (80m Tau)
  • Baumbergung
  • Dreibein für Gletscherspaltenbergung
  • Verschüttetensuche mit Aussensonde
  • Verschüttetensuche mit Recco Ausensonde

 

3.1 Variables Tau

Diese Bergeverfahren haben Flugretter des Christophorus Flugrettungsvereins entwickelt und international präsentiert. Bei den alpinen Christophorus-Stützpunkten wird es immer wieder erfolgreich eingesetzt.
Die variable Taubergung wird angewandt bei:
– Schluchtgelände mit unklarer Taulänge – Steilfels – Steilem Waldgelände mit notwendiger Taulänge über 40m
Bei diesem Bergeverfahren steht die Bergung durch den Flugretter im Vordergrund, die Versorgung des Verunfallten durch den Notarzt wird dann erst am Zwischenlandeplatz durchgeführt.
Der Flugretter seilt sich mit Hilfe eines speziellen Abseilgerätes vom 10-Meter-Tau aus bis zu 80m weiter bis zum Patienten ab und sichert diesen am Tau. Der Pilot hält den Hubschrauber während der gesamten Aktion in der gleichen Position, was einen enormen Sicherheitsvorteil bedeutet.

 

3.2 Lawinesonde / Aussensonde

Bei großflächigen Lawinen oder Lawineneinsätzen bei denen eine hohe Gefahr für Nachlawinen besteht kann eine am Hubschrauber montierte Lawinensonde zur Verschüttetensuche verwendet werden. Der Hubschrauber überfliegt die Lawine in einer Höhe von ca. 15 Meter und sucht so den Lageort der Verschütteten. Dies gewährleistet höchste Sicherheit für die Suchmannschaft vor einer drohenden Nachverschüttung

 

3.3 Dreibein für Spaltenbergung

Die Spezialausrüstung besteht hierbei aus einem sog. „Dreibein“ mit zwei Stahlseilwinden à 50 m Stahlseil und einem – mittels hochgebirgstauglichem Aggregat betriebenen – elektrischen Schremmhammer und wiegt insgesamt etwa 130kg. Das Dreibein wird über der Spalte aufgestellt und verankert und kann – bei sehr breiten Spalten von über fünf Metern – auch als „Zweibein“ in Auslegerform von einem Spaltenrand aus benutzt werden. Die zwei – durch einen Mann bedienbaren – Stahlseilwinden ermöglichen voneinander unabhängige Vertikalbewegungen von Retter und Gerettetem.
Die aufgrund der Enge vieler Spalten und des durch die Körperwärme ausgelösten Taueffektes oft nicht nur eingekeilten, sondern auch eingeeisten Opfer können bei Bedarf mit dem elektrischen Schremmhammer befreit und geborgen werden, bevor sie am Spaltenrand notärztlich versorgt werden.
Aufgrund der Aufwendigkeit dieser Bergemethode ist es auch hier notwendig, zusätzliche Bergretter an die Unfallstelle zu bringen

 

3.4 Baumbergeset

Für die Bergung von Patienten die sich in z.B. aus Baumkronen nicht mehr selber befreien können befindet sich auf unserem Stützpunkt ein sogenanntes Baumbergeset. Mit speziellen Steigekrallen kann der Retter bis in die Baumkrone steigen und so den Verunfallten abseilen